Anreise von Medellin in den Chocó nach Nuquí – Montag, 01.06.2026

Wieder mal war ich sehr früh wach – mehrfach sogar. Immerhin schien es mir etwas besser zu gehen, auch wenn der Regler weiterhin hartnäckig im unteren Drittel klebte.

In aller Gemütsruhe machte ich mich fertig. Draußen wartete ein wunderschöner Tag auf mich. Ich packte mein „rotes Monster“ mit all den Dingen voll, die ich in Nuquí nicht brauchen würde, und meine neue kleine Reisetasche mit allem, was mit musste. Das rote Monster durfte während meiner Nuquí‑Zeit an der Rezeption des Hotel Zándalo zwischenparken. Und wie immer im Zándalo: kaum Fluktuation. Ich erkannte viele Gesichter von 2019 und 2020 wieder. Bemerkenswert, denn viele Hotels und Restaurants haben in der Corona‑Zeit die Grätsche gemacht, Personal entlassen und später neu eingestellt. Im Zándalo dagegen: dieselbe Crew, dieselbe Ruhe, dieselbe Verlässlichkeit.

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Regler auf Null: Ein Morgen zwischen Mondongo, Medellín und Muskelversagen – Sonntag, 31.05.2026

Heute Morgen stand der Regler wirklich ganz unten. So weit unten, dass selbst die Morgentoilette ein kleiner Berglauf war. Ich schleppte mich also um zwei Ecken zum Restaurant San Joaquín. Da war ich schon einmal — damals hatte ich, völlig ahnungslos, Mondongo bestellt. Kutteleintopf. Rindermagen. Etwas, das ich niemals freiwillig bestellt hätte, wenn ich gewusst hätte, was es ist. War damals eine Empfehlung der Kellnerin. Aber siehe da: Es war überraschend lecker. Man muss neuen Dingen eben eine Chance geben, sonst entgehen einem die feinen, schrägen, wunderbaren Aspekte des Lebens.

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Flugtag Santa Marta nach Medellin – Freitag, 29.05.2026

Besonders viel ist nicht passiert. Ich bin sehr früh aufgewacht und – wenn ich schon wach bin – stehe ich halt auch gleich auf. Das Taxi war für 6:45 Uhr bestellt, es war 6:00 Uhr, also bestellte ich mir einfach ein neues Uber und sagte das alte ab. So war ich mehr als rechtzeitig am Flughafen.

Wie schon mehrfach erwähnt: Santa Marta ist für mich der schönste Flughafen überhaupt. Du gehst aus dem Gebäude raus, läufst vielleicht 30 Meter – und stehst an einem traumhaften Karibikstrand mit Bar und allem Drum und Dran. Und das Beste: keine Verkäufer, die dir irgendwas andrehen wollen, keine Liegestuhl‑Vermieter, keine nervigen Geschäftstreibenden. Einfach Ruhe. Weil ich so früh dran war, ging Check‑in und alles andere völlig entspannt. Keine Schlangen, kein Stress. Mobilitätsservice brauchte ich nicht – Santa Marta ist ein Flughafen der kurzen Wege.

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Umzug Taganga nach Santa Marta – Mittwoch und Donnerstag, 27. + 28.05.26

Mittwoch, 27.05.2026

Ich war sehr früh wach – erstaunlich früh, wenn man bedenkt, wie spät ich ins Bett gegangen war. Kurz nach sechs stand ich schon oben auf der herrlich entspannten Dachterrasse des Casa Bella Mya und genoss den heraufziehenden Morgen, begleitet vom Konzert der Vögel. Diese Zeit hat etwas Erbauliches: Die Menschen schlafen noch, aber die Papageien streiten schon, die Hähne befinden sich in der Endrunde ihres Gesangswettbewerbs, und andere exotische Vögel erledigen ihre ersten Geschäfte des Tages.

Als einer der Nachbarn begann, sich sein Frühstück zu basteln, stieg mir der Duft in die Nase – und mein Magen meldete sich sofort. Also machte ich mich kurz vor acht auf den Weg zu Pavillon 14 am Strand, wo ich am Vorabend so gut gegessen hatte. Leider war noch geschlossen. Der Spaziergang dorthin war trotzdem interessant: Um diese Uhrzeit sind keine Touristen unterwegs, eher Fischer, Tauchschüler und die Tagangueros, die sowieso immer früher wach sind als alle anderen.

Da es noch nicht so heiß war, ging ich weiter zum Pachamama am vorderen Ovalo. Keine „Einzug-zum-Strand-Show“ heute – es war ja kein Sonntag. Also keine Badegäste aus Santa Marta mit Soundblaster und Fresskiste. Die wilden Hunde waren schon da, und auch die Fliegen, die an normalen Tagen ein gigantisches Buffet vorfinden. Heute war das Angebot allerdings stark eingeschränkt – auf mein Frühstück. Also konzentrierten sie ihre gesamte Energie auf mich. Ich war nur am Wedeln und Abdecken und wollte gar nicht darüber nachdenken, wo diese Fliegen vorher überall gesessen hatten.

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Paso del Mango – Finca Carpe Diem – Sierra Nevada – Montag, 25.05.26

Die Nacht im Baumhaus war definitiv ein Erlebnis. Die Geräusche des nächtlichen Waldes, der Wildbach weiter unten… nur die Brüllaffen hatten offenbar frei. Dabei gilt Paso del Mango eigentlich als Hotspot. So gegen 04:00 Uhr musste ich dann doch unters Leintuch schlüpfen, denn nur in Unterwäsche wurde es frisch. Nicht kalt – aber frisch genug, um mich an meine Menschlichkeit zu erinnern.

Als die Morgendämmerung anklopfte, zog es mich auf den Balkon, wo ich meine Hängematte aufhängte. Die Holzkonstruktion des Baumhauses war dafür wie gemacht. Eigentlich hätte ich das schon am Vorabend tun wollen, aber Müdigkeit schlägt bekanntlich jeden guten Vorsatz. Morgendämmerung in der Hängematte – egal ob im Wald oder auf einer Dachterrasse – gehört für mich zu den Top‑Momenten des Lebens. Kolibris schauten auch vorbei, vermutlich in der festen Überzeugung, dass die gelb bespannten Stühle irgendwelche Superblüten seien.

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Taganga Hitzetag und Fahrt über Paso del Mango zur Finca Carpe Diem in der Sierra Nevada – 23.+24.05.26

Samstag, 23.05.26
Der Samstag begann mit einem sehr entspannten und wahnsinnig leckeren Frühstück. Schon wieder in dem kleinen Laden gegenüber von „La Mona“, dem „Cafe Taganga“, mit seinem feinen und sorgfältig ausgewählten Portfolio. Die zwei Mädels waren begeistert vom arabisch-nordafrikanischen Shakshuka. Bei mir war es leider so ein Tag, an dem mein Dimmer nur auf ungefähr 30 % stand, und ich hatte schon genug damit zu tun, die 200 bis 300 Meter den Berg hoch zur Unterkunft zu schaffen. Ich brauchte danach fast zwei Stunden, um wieder halbwegs normal interagieren zu können. An diesem Tag war es sogar so: Selbst wenn ich nur die Treppen zur Dachterrasse hoch- und wieder runterging, hatte ich anschließend einen Puls von 160, mit einer sehr merkwürdigen Streuung bei der Intensität der Schläge, und der ging auch erst nach einer halben Stunde langsam wieder runter. Ich probierte alle möglichen Atem- und Entspannungstechniken aus und fand tatsächlich eine, die einigermaßen funktionierte. Aber ganz ehrlich: Ich machte mir inzwischen ernsthaft Sorgen und hatte sogar schon angefangen aufzuschreiben, was ich den Ärzten sagen würde, falls ich doch ins Krankenhaus müsste. Denn genau so fühlte ich mich. Wie ein Stück geschmolzene Butter lag ich auf dem Bett.

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Der erste Tag in Taganga – Donnerstag, 22.05.2026

Taganga, 04:00 Uhr: Die Hähne machen Soundcheck. Schon um 04:00 Uhr war ich wach – vermutlich Jetlag, vielleicht aber auch, weil draußen die Hähne ihren persönlichen „Colombia’s Got Talent“-Songcontest veranstalteten.
28 Grad um vier in der Früh… beeindruckend. Also hoch auf die Dachterrasse, den heimlichen Hotspot des Hauses. Dort stellten sich mir sofort die wahren Herrscher vor: zwei schwarze, wunderschöne Katzen. Später erfuhr ich, dass es insgesamt vier sind. Natürlich. Kolumbien liefert immer nach. Die Stimmung um diese Uhrzeit ist magisch: Vögel, die schon vor Sonnenaufgang lautstark ihre To‑do‑Listen abarbeiten, während von Menschen noch keine Spur ist. Die Morgendämmerung schleicht sich heran, und mit ihr ein ganzes Orchester aus Gerüchen:
Meer (salzig-fischig), frühe Arepas vom Nachbarn (himmlisch), ein „nasser Sandhaufen“, auf den Hunde und Katzen offenbar kollektiv gepinkelt hatten (weniger himmlisch), und irgendeine blühende Pflanze, die alles wieder wettmachte.

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Die schwierige Anreise nach Santa Marta – Mittwoch, 21.05.2026

Mein Wecker klingelte um 06:00 Uhr, aber ich war natürlich schon vorher wach – mein Körper liebt es, mich ohne Not in den Tag zu schubsen. Meine Schwester fuhr mich zum Flughafen, und ich bewegte mich dort wie ein gut trainierter Flughafenzombie: Self‑Check‑In, Gepäck abgeben, fertig. So wie früher immer. Automatikmodus. Erst danach fiel mir ein, dass ich eigentlich den Mobility‑Service nutzen wollte. Komplett vergessen. Mein Gehirn hatte das wohl unter „später vielleicht mal denken“ abgelegt.

Nochmal anstellen, um das nachträglich zu klären? Auf gar keinen Fall. Mein eingebauter „Dimmer“ stand bei 50–60 %, also dachte ich mir: Ach komm, München schaffst du noch auf eigener Achse. Und tatsächlich: Ich kam zum Gate, auch wenn es wirklich anstrengend war, und dank Mobility‑Service durfte ich sogar zusammen mit der Business Class einsteigen. Ein kleiner Moment Luxus, den ich mir durch reines Elend verdient hatte.

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Februar + März 2019 – nochmal Kolumbien

Boote in der Bucht von Taganga

Nach über 8 Jahren geht es jetzt, im Jahr 2019, nochmal nach Kolumbien. Angedacht war eine neue Reise nach Kolumbien schon die ganze Zeit, seit der letzten Reise 2011. Bei meiner ersten Kolumbienreise hatte ich ausschließlich gute Eindrücke mitgenommen (siehe Beiträge weiter unten) und die „Kolumbien-Energie“ hat mir damals mindestens für ein halbes Jahr die „Batterien aufgefüllt“. Konkret geplant war die nächste Reise bereits für Februar 2017. ABER, die Flüge waren so teuer. Eine gute Freundin bot mir freundlicherweise eine persönliche „Lokalassistenz“ für Indien und Kaschmir an. Als erfahrene Indienreisende und Unternehmerin organisierte sie mir eine perfekt durchgestylte Indienreise, herzlichen Dank Morgana! Es fand sich auch ein supergünstiges Ticket mit der Lufthansa direkt München – Delhi. Wer kann da wiederstehen. Also ging die Reise in die andere Himmelsrichtung ab, nach Indien und Kaschmir. Als Reiseandenken brachte ich Typhus mit. Sehr unangenehme Erfahrung! Und dass zwei Wochen vor meinem neuen Job. Dann für Februar 2018, erneut der Plan einer Kolumbienreise. Die wurde wieder gecancelt, weil sich der neuer Job als eine riesige Baustelle entpuppte.
Am kommenden Samstag, am 16.02.2019 geht es los. Direkt München Bogotá und zwei Stunden später von Bogotá nach Santa Marta mit AVIANCA. Gesamte Reisezeit nur 17 Stunden. Am Samstagabend in München ins Flugzeug und am Sonntagmorgen in Santa Marta, an der Karibikküste aussteigen. Aber inzwischen bereue ich es ein wenig, weil mich das Ticket zwingt, meinen Heimflug von Santa Marta aus zu starten. Und keine Ahnung wohin es mich verschlägt in den 6 Wochen. Aber ok, noch ein paar Tage am Schluss an der schönen Karibikküste, das hat auch was.

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