Taganga, 04:00 Uhr: Die Hähne machen Soundcheck. Schon um 04:00 Uhr war ich wach – vermutlich Jetlag, vielleicht aber auch, weil draußen die Hähne ihren persönlichen „Colombia’s Got Talent“-Songcontest veranstalteten.
28 Grad um vier in der Früh… beeindruckend. Also hoch auf die Dachterrasse, den heimlichen Hotspot des Hauses. Dort stellten sich mir sofort die wahren Herrscher vor: zwei schwarze, wunderschöne Katzen. Später erfuhr ich, dass es insgesamt vier sind. Natürlich. Kolumbien liefert immer nach. Die Stimmung um diese Uhrzeit ist magisch: Vögel, die schon vor Sonnenaufgang lautstark ihre To‑do‑Listen abarbeiten, während von Menschen noch keine Spur ist. Die Morgendämmerung schleicht sich heran, und mit ihr ein ganzes Orchester aus Gerüchen:
Meer (salzig-fischig), frühe Arepas vom Nachbarn (himmlisch), ein „nasser Sandhaufen“, auf den Hunde und Katzen offenbar kollektiv gepinkelt hatten (weniger himmlisch), und irgendeine blühende Pflanze, die alles wieder wettmachte.


