Der erste Tag in Taganga – Donnerstag, 22.05.2026

Taganga, 04:00 Uhr: Die Hähne machen Soundcheck. Schon um 04:00 Uhr war ich wach – vermutlich Jetlag, vielleicht aber auch, weil draußen die Hähne ihren persönlichen „Colombia’s Got Talent“-Songcontest veranstalteten.
28 Grad um vier in der Früh… beeindruckend. Also hoch auf die Dachterrasse, den heimlichen Hotspot des Hauses. Dort stellten sich mir sofort die wahren Herrscher vor: zwei schwarze, wunderschöne Katzen. Später erfuhr ich, dass es insgesamt vier sind. Natürlich. Kolumbien liefert immer nach. Die Stimmung um diese Uhrzeit ist magisch: Vögel, die schon vor Sonnenaufgang lautstark ihre To‑do‑Listen abarbeiten, während von Menschen noch keine Spur ist. Die Morgendämmerung schleicht sich heran, und mit ihr ein ganzes Orchester aus Gerüchen:
Meer (salzig-fischig), frühe Arepas vom Nachbarn (himmlisch), ein „nasser Sandhaufen“, auf den Hunde und Katzen offenbar kollektiv gepinkelt hatten (weniger himmlisch), und irgendeine blühende Pflanze, die alles wieder wettmachte.

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Die schwierige Anreise nach Santa Marta – Mittwoch, 21.05.2026

Mein Wecker klingelte um 06:00 Uhr, aber ich war natürlich schon vorher wach – mein Körper liebt es, mich ohne Not in den Tag zu schubsen. Meine Schwester fuhr mich zum Flughafen, und ich bewegte mich dort wie ein gut trainierter Flughafenzombie: Self‑Check‑In, Gepäck abgeben, fertig. So wie früher immer. Automatikmodus. Erst danach fiel mir ein, dass ich eigentlich den Mobility‑Service nutzen wollte. Komplett vergessen. Mein Gehirn hatte das wohl unter „später vielleicht mal denken“ abgelegt.

Nochmal anstellen, um das nachträglich zu klären? Auf gar keinen Fall. Mein eingebauter „Dimmer“ stand bei 50–60 %, also dachte ich mir: Ach komm, München schaffst du noch auf eigener Achse. Und tatsächlich: Ich kam zum Gate, auch wenn es wirklich anstrengend war, und dank Mobility‑Service durfte ich sogar zusammen mit der Business Class einsteigen. Ein kleiner Moment Luxus, den ich mir durch reines Elend verdient hatte.

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