Die letzte Episode – Nuqui Medellín Taganga – 4. – 6. Juni 2026

260604 Nuquí – Der Flughafen, der eigentlich wie ein Kiosk ist

Ich stand früh auf, frühstückte und ließ mich mit dem Tuk Tuk zum Flughafen bringen. „Flughafen“ ist dabei ein großes Wort. Das Gebäude hat ungefähr die Fläche einer mittelgroßen Zwei‑Zimmer‑Wohnung in München. Übersichtlich wäre untertrieben.

Ich hatte mein Gepäck gerade abgegeben, wollte noch einmal kurz raus zum Frühstücken – da rannte mir eine Flughafenmitarbeiterin hinterher und wollte wissen, warum ich „wegrenne“. Meine Erklärung, dass ich nur noch was essen möchte, beruhigte sie. Man muss dazu sagen: Beim Gepäck-Drop-Off landet der Koffer in einem Gitterwagen, der außerhalb des Gebäudes steht. Man könnte also theoretisch nach dem Check‑in noch schnell ein paar Mangos oder eine Waschmaschine in den Koffer legen. Niemand würde es merken.

Auch die Sicherheitslogik ist… flexibel. Wenn man keine Lust auf die Eingangskontrolle hat, könnte man einfach durch das Fenster des Restaurants nebenan einsteigen. Und beim Ausladen des Gepäcks kann man zuschauen, denn das Flugzeug parkt 20 Meter vom Empfangsgebäude entfernt. Ich liebe diesen Ort.

Rund um den Flughafen gibt es mehrere Lokale – perfekt für ein Frühstück nach dem Check‑in. Ich nutzte die Gelegenheit.

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Anreise von Medellin in den Chocó nach Nuquí – Montag, 01.06.2026

Wieder mal war ich sehr früh wach – mehrfach sogar. Immerhin schien es mir etwas besser zu gehen, auch wenn der Regler weiterhin hartnäckig im unteren Drittel klebte.

In aller Gemütsruhe machte ich mich fertig. Draußen wartete ein wunderschöner Tag auf mich. Ich packte mein „rotes Monster“ mit all den Dingen voll, die ich in Nuquí nicht brauchen würde, und meine neue kleine Reisetasche mit allem, was mit musste. Das rote Monster durfte während meiner Nuquí‑Zeit an der Rezeption des Hotel Zándalo zwischenparken. Und wie immer im Zándalo: kaum Fluktuation. Ich erkannte viele Gesichter von 2019 und 2020 wieder. Bemerkenswert, denn viele Hotels und Restaurants haben in der Corona‑Zeit die Grätsche gemacht, Personal entlassen und später neu eingestellt. Im Zándalo dagegen: dieselbe Crew, dieselbe Ruhe, dieselbe Verlässlichkeit.

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Regler auf Null: Ein Morgen zwischen Mondongo, Medellín und Muskelversagen – Sonntag, 31.05.2026

Heute Morgen stand der Regler wirklich ganz unten. So weit unten, dass selbst die Morgentoilette ein kleiner Berglauf war. Ich schleppte mich also um zwei Ecken zum Restaurant San Joaquín. Da war ich schon einmal — damals hatte ich, völlig ahnungslos, Mondongo bestellt. Kutteleintopf. Rindermagen. Etwas, das ich niemals freiwillig bestellt hätte, wenn ich gewusst hätte, was es ist. War damals eine Empfehlung der Kellnerin. Aber siehe da: Es war überraschend lecker. Man muss neuen Dingen eben eine Chance geben, sonst entgehen einem die feinen, schrägen, wunderbaren Aspekte des Lebens.

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Umzug Taganga nach Santa Marta – Mittwoch und Donnerstag, 27. + 28.05.26

Mittwoch, 27.05.2026

Ich war sehr früh wach – erstaunlich früh, wenn man bedenkt, wie spät ich ins Bett gegangen war. Kurz nach sechs stand ich schon oben auf der herrlich entspannten Dachterrasse des Casa Bella Mya und genoss den heraufziehenden Morgen, begleitet vom Konzert der Vögel. Diese Zeit hat etwas Erbauliches: Die Menschen schlafen noch, aber die Papageien streiten schon, die Hähne befinden sich in der Endrunde ihres Gesangswettbewerbs, und andere exotische Vögel erledigen ihre ersten Geschäfte des Tages.

Als einer der Nachbarn begann, sich sein Frühstück zu basteln, stieg mir der Duft in die Nase – und mein Magen meldete sich sofort. Also machte ich mich kurz vor acht auf den Weg zu Pavillon 14 am Strand, wo ich am Vorabend so gut gegessen hatte. Leider war noch geschlossen. Der Spaziergang dorthin war trotzdem interessant: Um diese Uhrzeit sind keine Touristen unterwegs, eher Fischer, Tauchschüler und die Tagangueros, die sowieso immer früher wach sind als alle anderen.

Da es noch nicht so heiß war, ging ich weiter zum Pachamama am vorderen Ovalo. Keine „Einzug-zum-Strand-Show“ heute – es war ja kein Sonntag. Also keine Badegäste aus Santa Marta mit Soundblaster und Fresskiste. Die wilden Hunde waren schon da, und auch die Fliegen, die an normalen Tagen ein gigantisches Buffet vorfinden. Heute war das Angebot allerdings stark eingeschränkt – auf mein Frühstück. Also konzentrierten sie ihre gesamte Energie auf mich. Ich war nur am Wedeln und Abdecken und wollte gar nicht darüber nachdenken, wo diese Fliegen vorher überall gesessen hatten.

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Taganga – Hitze und kleinere Beobachtungen – Freitag, 22.05.2026

Gestern war, bedingt durch meine schlechte Kondition, den ganzen Tag über eher ein langweiliger Tag. Wenn ich die kurze Distanz runter zum Strand ging, zum Beispiel zum Frühstücken, und vor allem dann wieder hoch zur Unterkunft, brauchte ich aktuell hinterher 1 bis 2 Stunden, um wieder so einigermaßen stabil zu werden. Die bittere Einsicht und Realität war: Eigentlich war und bin ich körperlich für so eine Reise überhaupt nicht aufgestellt. Aber jetzt war ich nun mal hier.

Gestern war Freitag, also fast schon Wochenende. Verschiedene Nachbarn rund um die Unterkunft hatten ihre Monster-Musikanlagen aufgebaut und machten in wirklich beeindruckender Lautstärke Musik. Jeder seine eigene: Der eine mehr Vallenato, Bachata, Ranchero und alte mexikanische Schnulzen, der andere mehr Salsa und Latin Groove. Glücklicherweise keiner mit Reggaeton. Aber wirklich so extrem laut, dass es auf der sonst so angenehmen Dachterrasse nicht nur wegen des Heißluftföns aus heißem Wind, sondern auch wegen der intensiven „Lärmbelästigung“ nicht auszuhalten war. Und ich stehe wirklich auf alle genannten Genres. Ich kannte das wochenendliche Phänomen auch von früher, aber diesmal war es wirklich heftig. Übrigens begann der Lärmterror auch am nächsten Tag bereits um 07:00 Uhr in der Früh.

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