Paso del Mango – Finca Carpe Diem – Sierra Nevada – Montag, 25.05.26

Die Nacht im Baumhaus war definitiv ein Erlebnis. Die Geräusche des nächtlichen Waldes, der Wildbach weiter unten… nur die Brüllaffen hatten offenbar frei. Dabei gilt Paso del Mango eigentlich als Hotspot. So gegen 04:00 Uhr musste ich dann doch unters Leintuch schlüpfen, denn nur in Unterwäsche wurde es frisch. Nicht kalt – aber frisch genug, um mich an meine Menschlichkeit zu erinnern.

Als die Morgendämmerung anklopfte, zog es mich auf den Balkon, wo ich meine Hängematte aufhängte. Die Holzkonstruktion des Baumhauses war dafür wie gemacht. Eigentlich hätte ich das schon am Vorabend tun wollen, aber Müdigkeit schlägt bekanntlich jeden guten Vorsatz. Morgendämmerung in der Hängematte – egal ob im Wald oder auf einer Dachterrasse – gehört für mich zu den Top‑Momenten des Lebens. Kolibris schauten auch vorbei, vermutlich in der festen Überzeugung, dass die gelb bespannten Stühle irgendwelche Superblüten seien.

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Taganga Hitzetag und Fahrt über Paso del Mango zur Finca Carpe Diem in der Sierra Nevada – 23.+24.05.26

Samstag, 23.05.26
Der Samstag begann mit einem sehr entspannten und wahnsinnig leckeren Frühstück. Schon wieder in dem kleinen Laden gegenüber von „La Mona“, dem „Cafe Taganga“, mit seinem feinen und sorgfältig ausgewählten Portfolio. Die zwei Mädels waren begeistert vom arabisch-nordafrikanischen Shakshuka. Bei mir war es leider so ein Tag, an dem mein Dimmer nur auf ungefähr 30 % stand, und ich hatte schon genug damit zu tun, die 200 bis 300 Meter den Berg hoch zur Unterkunft zu schaffen. Ich brauchte danach fast zwei Stunden, um wieder halbwegs normal interagieren zu können. An diesem Tag war es sogar so: Selbst wenn ich nur die Treppen zur Dachterrasse hoch- und wieder runterging, hatte ich anschließend einen Puls von 160, mit einer sehr merkwürdigen Streuung bei der Intensität der Schläge, und der ging auch erst nach einer halben Stunde langsam wieder runter. Ich probierte alle möglichen Atem- und Entspannungstechniken aus und fand tatsächlich eine, die einigermaßen funktionierte. Aber ganz ehrlich: Ich machte mir inzwischen ernsthaft Sorgen und hatte sogar schon angefangen aufzuschreiben, was ich den Ärzten sagen würde, falls ich doch ins Krankenhaus müsste. Denn genau so fühlte ich mich. Wie ein Stück geschmolzene Butter lag ich auf dem Bett.

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