NEUES KAPITEL – neue Kolumbien-Tour mit Fokus auf Chocó – 11.02.2020

Nachdem es letztes Jahr so superschön war und nachdem ich einen Arbeitgeber habe, der mir freundlicherweise diese Freiheiten gewährt, bin ich dieses Jahr schon wieder in Kolumbien unterwegs. Warum schon wieder Kolumbien? 6 Wochen reichen einfach nicht aus um auch nur teilweise die Schönheit des Landes und die Freundlichkeit der Bewohner vollumfänglich zu genießen. Dann kommt noch dazu, eine besonders schöne Ecke Kolumbiens, der Chocó, da braut sich gerade was zusammen, was in ein paar Jahren vermutlich zur Wirkung hat, dass man da als Tourist nicht mehr hinfahren kann. Die FARC wurde nach dem Abschluss des Friedensvertrages nach jahrelangen Verhandlungen mit der Regierung auf neutralem Boden (Kuba) von der neuen Regierung völlig verarscht. Daher gehen jetzt immer mehr wieder zurück in den Untergrund. Viele der ehemaligen Kämpfer der FARC wurden bereits, nachdem sie jetzt ihre Maske ablegten, erschossen und beseitigt. Die Paramilitärs drücken in das von der FARC hinterlassene Vakuum und mexikanische Kartelle drängen von Norden in die von der Regierung ignorierten Gebiete im Chocó, an der Pazifikküste und zwingen die dortigen Bauern zum Cannabisanbau. Für die Regierung ist der Chocó völlig uninteressant, denn, da ist nichts zu holen, keine Infrastruktur, keine Bodenschätze, wenig Bevölkerung und wenn, dann nur Menschen mit der Hautfarbe der ehemaligen Sklaven.

Aber das ist ein Grund, warum es dort so schön ist. Diese Ecke wurde bisher von den großen Touri-Strömen verschont. Das würde sich jetzt die nächste Zeit vermutlich ändern. Denn immer mehr entdecken die unglaubliche Schönheit dieses Landesteiles. Glücklicherweise ist es noch etwas beschwerlich dort hinzureisen, denn, es gibt nur Flugverbindungen und Schiffsverbindungen. Im Land sowieso nur die Flüsse entlang. Es gibt keine Straßen! Man bewegt sich die Küste entlang mit kleinen oder etwas größeren Booten, die allein schon abenteuerlich sind. Seelenverkäufer auf dem riesigen Pazifik, oder kleine „Nussschalen“, das muss man mögen…
Klar, die extrem luxuriösen Ecco-Ressorts, die gab es schon immer. An einigen Küstenabschnitten verstärkt. Aber das fährt kein Rucksacktourist allein hin, weil, zu teuer, keine Transportmöglichkeit. Jedoch Stück für Stück hat sich jetzt eine kleine Infrastruktur an kleinen und wirklich sehr einfachen Übernachtungsmöglichkeiten gebildet. Das ist definitiv nicht jedermanns/fraus Sache. Oft besteht die Dusche (wenn es überhaupt eine gibt) aus einem Fass Wasser, aus dem man das Duschwasser schöpft. Alles egal, denn, die Schönheit und die Atmosphäre ist einmalig. Völlig ohne Hektik, keine Autos, oft nicht mal Telefon, geschweige denn Internet. Das ist nicht immer leicht… 🙂

Jedenfalls ist meine Einschätzung, dass man da als Tourist in Zukunft nicht ohne erhebliches Risiko bleiben kann, daher wollte ich das jetzt, solange das noch problemlos möglich ist, nochmal machen. Daher diesmal auch mit dem Hauptfokus auf den Chocó. Dann, die restliche Zeit, da werde ich sehen wohin es mich treibt.

Warum eigentlich allein nach Kolumbien, wird sich mancher fragen. Ich bevorzuge es durchaus, mit einer angenehmen Reisebegleitung zu reisen. Das hat sich, mit allen Höhen und Tiefen, als recht angenehme Art zu reisen bewährt, vorausgesetzt man passt zum Reisen auch gut zusammen. Das merkt man dann oft recht schnell wenn es nicht so ist 😉 und kann sich zu einer wahren Hölle für einzelne Beteiligten entwickeln. Aber dann kann man sich ja auch trennen. Durch so eine Trennung auf einer der letzten Reisen bin ich draufgekommen, dass es auch sehr viel Spaß macht, ganz alleine zu reisen. Bevor ich überhaupt nicht reise, da bin ich dann lieber allein unterwegs. Und „beinahe“ hätte ich ja sehr angenehme Reisebegleitung gehabt, hat sich aber kurzfristig zerschlagen.
Einer kann auf das Gepäck aufpassen, während der andere dann Tickets oder was auch immer besorgt. Man kann das Glück mit jemanden Teilen, man muss nicht jede Entscheidung allein treffen, sondern hat auch noch die Perspektive einer weiteren Person zur Verfügung. Lauter Vorteile. Es ist deutlich angenehmer und praktischer mit einer Begleitung unterwegs zu sein, denn, viele Dinge werden dadurch einfacher. Aber klar, besser allein reisen als zuhause bleiben. Und mit so Zielen wie Chocó oder Amazonien, da haben manche schon so ihre Probleme…
Aber alles ganz easy!

Anreise und Ankunft in Taganga – Santa Marta

Noch ein paar Anmerkungen zum Schreibstil und die „Qualität“ der aufgenommenen Ereignisse. Diesen Blog schreibe ich im Endeffekt für mich selbst. Daher nicht wundern, wenn da manchmal scheinbar banale Dinge drinstehen. Ich fand es interessant und möchte es mir merken. Daher steht es hier im Text 😊 und bei meiner Art zu schreiben (ich sag mal so) nehme ich keine Rücksicht auf irgendwelche Befindlichkeiten oder Vorstellungen Anderer.

Gestern, am 16. Februar ging es los. Der Flug sollte um 21:45 vom Flughafen München direkt nach Bogotá starten. Ich setze mich an der Hackerbrücke in die S-Bahn, die fährt ein paar Meter und bleit praktisch in Sichtweite zu meiner Wohnung stehen.

S-Bahnhof Hackerbrücke München

Nach kurzer Zeit meldet sich der Fahrer, meint nur lapidar, wegen technischer Probleme bliebe die S-Bahn hier auf unbestimmte Zeit stehen. Ich war nicht knapp dran, aber, ein wenig komisch wird es einem dann nach 10 Minuten doch. Nach 15 Min ging es im Schritttempo zur Station Donnersberger Brücke. Nicht vertrauenserweckend, so dass ich überlege, an der Donnersberger auszusteigen und mit der Flughafen-S-Bahn in die gegengesetzte Richtung über Ostbahnhof zu fahren. Die hätte eigentlich gleich kommen müssen. Aber nachdem der Fahrer nichts mehr von irgendwelchen technischen Problemen berichtete blieb ich einfach sitzen. Und es ging gut weiter und ich habe ganz relaxt das Flugzeug geentert. Interessant war, dass die Schlange am Gepäck-Drop-Off für die, die sich bereits online eingecheckt hatten, im Endeffekt länger und zeitintensiver war, als die Schlange für das normale Check-In. Der Vorteil vom Online-Check-In bleibt, dass man sich das Ticket im Endeffekt nicht ausdrucken muss. Es reicht, wenn man das Smartphone mit der Abbildung des QR-Codes zum Scannen zeigt.

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Februar + März 2019 – nochmal Kolumbien

Boote in der Bucht von Taganga

Nach über 8 Jahren geht es jetzt, im Jahr 2019, nochmal nach Kolumbien. Angedacht war eine neue Reise nach Kolumbien schon die ganze Zeit, seit der letzten Reise 2011. Bei meiner ersten Kolumbienreise hatte ich ausschließlich gute Eindrücke mitgenommen (siehe Beiträge weiter unten) und die „Kolumbien-Energie“ hat mir damals mindestens für ein halbes Jahr die „Batterien aufgefüllt“. Konkret geplant war die nächste Reise bereits für Februar 2017. ABER, die Flüge waren so teuer. Eine gute Freundin bot mir freundlicherweise eine persönliche „Lokalassistenz“ für Indien und Kaschmir an. Als erfahrene Indienreisende und Unternehmerin organisierte sie mir eine perfekt durchgestylte Indienreise, herzlichen Dank Morgana! Es fand sich auch ein supergünstiges Ticket mit der Lufthansa direkt München – Delhi. Wer kann da wiederstehen. Also ging die Reise in die andere Himmelsrichtung ab, nach Indien und Kaschmir. Als Reiseandenken brachte ich Typhus mit. Sehr unangenehme Erfahrung! Und dass zwei Wochen vor meinem neuen Job. Dann für Februar 2018, erneut der Plan einer Kolumbienreise. Die wurde wieder gecancelt, weil sich der neuer Job als eine riesige Baustelle entpuppte.
Am kommenden Samstag, am 16.02.2019 geht es los. Direkt München Bogotá und zwei Stunden später von Bogotá nach Santa Marta mit AVIANCA. Gesamte Reisezeit nur 17 Stunden. Am Samstagabend in München ins Flugzeug und am Sonntagmorgen in Santa Marta, an der Karibikküste aussteigen. Aber inzwischen bereue ich es ein wenig, weil mich das Ticket zwingt, meinen Heimflug von Santa Marta aus zu starten. Und keine Ahnung wohin es mich verschlägt in den 6 Wochen. Aber ok, noch ein paar Tage am Schluss an der schönen Karibikküste, das hat auch was.

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Montag, 7. März – der interessante Palenque-Ausflug mit Musik und Schnaps

Um 10:00 Uhr ging es los. Lucho, der angeheuerte Taxifahrer, holte uns relativ pünktlich vor dem Hotel mit seinem Taxi ab und es ging sofort los in Richtung Palenque de San Basilio. ML hatte sich den Ausflug zum Geburtstag gewünscht. Quer durch Cartagena, durch das Gewusel und Gewurle des vormittäglichen Berufsverkehrs zur anderen Stadtseite. Vorbei am Busterminal, der wirklich am anderen Ende von Cartagena liegt, in Richtung Westen. Außerhalb Cartagena reduzierte sich der Verkehr auf eine Vielzahl an LKWs auf der Fahrt nach Sincelejo. Der Lucho unser Taxifahrer merkte an, dass diese Fahrt aufgrund der politischen Lage vor 4 Jahren noch nicht möglich gewesen wäre. Weiterlesen

Katrin’s Senf 1


Damit der Berni nicht immer nur alleine postet, möchte ich jetzt auch mal was schreiben. Fazit nach 5 Tagen ist – wie schon bei meiner 1. Reise vor 3 Jahren – daß ich nicht das letzte mal hier war. Wir hatten bis jetzt einfach nur gute Erlebnisse hier, die Freundlichkeit und das Interesse der Leute, die „Unverdorbenheit“ was den Tourismus angeht, selbst Ecken wie Taganga an der Küste, wo wir uns gerade aufhalten, sind hauptsächlich mit kolumbianischen Touris gefüllt, die Anzahl der Gringos ist überschaubar. Alles super! Weiterlesen

24. Februar – San Gil – Fahrt Bucamaranga – Weiterfahrt Santa Marta

Wir sind bereits wieder recht früh aufgewacht. Klar, die Zeitverschiebung hatte immer noch ihre Wirkung. Nach einer Tasse Kaffee ging es ab in Richtung Markt. War das ein „Gewurle“ dort! Aber ohne das ungute Gefühl das ich in Peru oder Ecuador auf dem Markt hatte. Es gab superleckere Früchte und wir haben für das Frühstück (wurde dann jedoch das Mittagessen) verschiedene Früchte eingekauft. Avocado, Papaya, Mango, Guave und eine Ananas. Es hat Spaß gemacht durch den Markt zu laufen und mit den Verkäuferinnen ein wenig zu handeln. Hinter der Halle für die Metzger, praktisch direkt am Fluss, da gab es eine kleine Brücke. Weiterlesen

23. Februar – Morgen in Villa de Leyva und Fahrt nach San Gil über Arabuco

Die sanitären (Gemeinschafts)Anlagen in der Pension Rana waren nicht gerade nobel. Wir nutzen ein Bad mit einem anderen Zimmer. Nachdem unser Zimmer allerdings direkt am Ausgang lag, wurde es, so schien mir, eigentlich von jedem genutzt. Aber es gab warmes Wasser und WiFi… Gefrühstückt haben wir in einer kleinen Bäckerei mit noch warmen frisch gebackenen Leckereien. Ein wenig „abgefahren“ war das Gebäck aus recht süßem Teig mit frittierten Schweineschwarten (Chicharones) drin. Ich bin dann ins Hostel zurück und habe aufgeschrieben was so passierte die letzten Tage. Die Katrin ist zu Fuß los und stieg auf einen der nahen Berge. So verging der Vormittag für beide recht schnell. Circa um 12:00 zahlten wir die 20.000 Pesos  (8 €) Übernachtung pro Nase und liefen mit dem ganzen Gepäck in die Richtung Busbahnhof. Dort haben wir, diesmal in einem anderen kleinen Restaurant, ein superleckeres Menü gegessen. Mit Suppe, einem Teller mit etwas zähen jedoch wohlschmeckenden steakartigen Fleisch, Reis, Salat und einem Getränk, für 5000 Pesos (circa 2 €). Viele Polizisten haben da gegessen, immer wieder beruhigend… . Die Restaurantbesitzerin war sehr hübsch anzusehen, der einzige Makel war ihr schielender Blick, recht auffällig. Der wurde aber locker durch ihr Charisma und ihr frohes und freundliches Wesen ausgeglichen.  Weiterlesen

22. Feb. Aufbruch Bogota und Fahrt über Tunja nach Villa de Leyva

Der Morgen verging im Flug. Endlich konnten wir aufbrechen zum Busbahnhof. Wir sind erst ein wenig auf der Calle 22 in die Richtung Busbahnhof zu Fuß gegangen, aber, dann doch mit dem Taxi gefahren. Der Mauricio hat uns gesagt wir sollen zum Taxifahrer sagen dass er zur „Bomba“ fährt (eine Tankstelle gleich beim Busbahnhof) Als wir dort waren meinte der Taxista, dass er uns auch direkt zum Haupteingang fahren könne und dass das gar nicht so weit wäre. Wir haben uns breit schlagen lassen und sind eine FETTE Vuelta (Runde) zum Haupteingang gefahren. Das war der doppelte Preis. Circa 3 €. Die Preise für Taxi sind generell sehr günstig in Bogota. Auf der Fahrt erzählte uns der Fahrer von seiner Schwester, die in Deutschland (Saarbrücken)  verheiratet ist und dass ihr deutscher Mann weder Spanisch spricht, noch sich in Bogota Auto fahren traut. Es entwickeln sich in der Regel immer ganz nette Gespräche wenn man näher mit Kolumbianern zu tun hat. Weiterlesen

21. Feb. Die lange Wanderung durch Bogota Candelaria und Präsidentenpalast

Eine unserer ersten Aktionen in Bogota war, dass wir zu Fuß von der Wohnung des Mauricio aus in Santa Cecillia (Zona 5) ins Zentrum, bzw. nach Candelaria hinter dem Zentrum gegangen sind. Mauricio meinte, dass es eine Strecke von circa 7 km sind. Nach der Kontrolle bei Google-Maps und unter Berücksichtigung der ganzen Zickzack-Bewegung die wir machten, würde ich die Gesamtstrecke auf deutlich über 20 km schätzen. Immer die Calle 26 entlang in Richtung Süden. Das war am Anfang recht anstrengend, da die Calle 26, als eine der Haupteinfahrtstraßen, gerade vollständig renoviert wurde. So versuchten wir es auf den Seitenstraßen auf der westlichen Seite der Calle 26. Quasi im Zickzack liefen wir in die Richtung Candelaria, die Altstadt von Bogota. Dabei fanden wir superinteressante kleine Restaurants auf dem Weg. Ich fühlte mich in keiner Weise unsicher, wie ich mich in manchen „Barrios“ in Lima oder Guayaquil gefühlt hatte. Nette kleine Häuser, die Leute freundlich und relaxed. Weiterlesen

Der “uns gehts gut” Beitrag

Alles bestens, wir sind unterwegs zur Küste nachdem wir einen Tag in Bogota verbrachten. So Stück für Stück mit dem Bus. Vorgestern Villa de Leyva, gestern San Gil, heute gehts weiter nach Santa Marta.

Es gäbe ausgesprochen viel zu erzählen, aber, im Moment ist keine Zeit das alles aufzuschreiben… Aber ab morgen an der Küste haben wir sicher viel Zeit das nachzuholen.

Eines kann ich für mich jetzt schon feststellen, es gibt für mich mit Abstand kein schöneres Land zum bereisen als Kolumbien. Auch haben wir bis jetzt nur sehr sehr freundliche, interessierte und hilfsbereite Kolumbianer kennen gelernt!

Berni