Besonders viel ist nicht passiert. Ich bin sehr früh aufgewacht und – wenn ich schon wach bin – stehe ich halt auch gleich auf. Das Taxi war für 6:45 Uhr bestellt, es war 6:00 Uhr, also bestellte ich mir einfach ein neues Uber und sagte das alte ab. So war ich mehr als rechtzeitig am Flughafen.
Wie schon mehrfach erwähnt: Santa Marta ist für mich der schönste Flughafen überhaupt. Du gehst aus dem Gebäude raus, läufst vielleicht 30 Meter – und stehst an einem traumhaften Karibikstrand mit Bar und allem Drum und Dran. Und das Beste: keine Verkäufer, die dir irgendwas andrehen wollen, keine Liegestuhl‑Vermieter, keine nervigen Geschäftstreibenden. Einfach Ruhe. Weil ich so früh dran war, ging Check‑in und alles andere völlig entspannt. Keine Schlangen, kein Stress. Mobilitätsservice brauchte ich nicht – Santa Marta ist ein Flughafen der kurzen Wege.
Der Flug war etwas turbulent, aber ich hatte ein nettes Gespräch mit meiner Sitznachbarin. Bei jedem Luftloch schlug sie mir fast ins Gesicht und schrie auf, als würde der Flieger gerade abstürzen. Ich sagte ihr, sie solle sich vorstellen, sie fährt auf dem Rummel Achterbahn. Das half ihr allerdings nicht wirklich.
In Medellín organisierte ich mir ein Uber – was gar nicht so leicht ist. Die normalen Taxifahrer hassen Uber‑Fahrer ungefähr so sehr, wie „der Münchner im Himmel“ die „roten Radler“ hasst. Falls jemand die Geschichte kennt. Die Uber‑Fahrer müssen jedenfalls extrem vorsichtig sein, sonst gibt’s im schlimmsten Fall Schläge oder zumindest eine ordentliche Beschimpfung. Es dauerte ein bisschen, bis wir uns gefunden hatten, aber am Ende klappte es. Auf der Medellín‑Seite regnete es in Strömen, aber kühl war es trotzdem nicht.
Im Hotel Zándalo hatten sie meine Buchung erst nicht gefunden. Zum Glück hatte ich den WhatsApp‑Chat vom Vortag – damit war die Sache schnell geklärt. Und selbst wenn nicht: In Laureles gibt es gefühlt 100.000 Hotels, das wäre kein Drama gewesen.
Im Zimmer merkte ich dann, wie sehr mich die ganze Aktion doch angestrengt hatte. Ich ging noch zum Chilenen ums Eck – eigentlich für ein Frühstück, aber es wurde ein vollwertiges Mittagessen. Die hatten einen echten Kohlegrill mitten im Lokal stehen. In Deutschland wäre das undenkbar, wegen Kohlenmonoxid und tausend Vorschriften. Der Koch bzw. Besitzer stand die ganze Zeit direkt vor dem heißen Grill, und es war ohnehin schon warm in Medellín. Den Job möchte ich nicht haben. Das Menü war günstig und sehr lecker: eine sämige Suppe als Vorspeise, danach ein ordentliches Hauptgericht. Ich vermutete, dass das Menü in Summe auch schon mein Abendessen ersetzen würde.
Ich lief danach noch ein bisschen herum, die Carrera 70 rauf und runter, aber ich merkte die Strapazen und zog mich schließlich ins Hotel zurück. Und ging dann auch relativ früh ins Bett.




